Dreadart ist bei den aufgeführten Netzwerken verteten.
Schau doch mal auf meinen Profilen vorbei. Es lohnt sich gleich doppelt! Manchmal werden spontan Termine frei, oder es gibt was zu gewinnen. Auch hast Du so die Gelegenheit mehr über mich und Dreadart zu erfahren, dir stets aktuelle Fotos anzusehen und mich zu deinem Freundeskreis hinzuzufügen.

Auf der anderen Seite

Es ist Sonntag Vormittag, ich trinke Kaffe, esse mein Müsli. Am liebsten würde ich danach wieder ins Bett gehen. Es ist zu früh für irgendwas.
Noch ist hier draußen in Berlin alles grau-in-grau.
Meine Finger schmerzen ein wenig vom dreadden der vielen Köpfe.
Ich müßte einfach mal lernen „Nein“ zu sagen, wenn mich jemand anruft und um einen gaaaaanz dringlichen Termin bittet.
Mein Terminkalender ist voll, er platzt beinahe. Und doch, ja trotzdem finde ich stets irgendwo noch einen Hauch von Weiß: Freizeit, in meinem Kalender.
„Freizeit“ existiert also nur noch formal, auf Papier, sie ist da und oft komme ich ihr sehr nahe. Doch dann klingelt meist das Telefon. Wenig später öffne ich dann die Tür, schüttelel Hände, häkel Haare, knote knötchen und rede.

Das tu ich gerne.
Dreadlocks zu erstellen ist für mich keine Arbeit, es ist eine Beschäftigung, eine Leidenschaft.
Es ist anstrengend, jedoch zugleich auch vergnüglich und befriedigend. Es ist wie ein Trieb, etwas treibt mich dazu an auch das letzte bisschen „Freizeit“ damit zu füllen, anderen Menschen Ihre Wünsche von schönen Dreadlocks wahr werden zu lassen.
Seltsam.

Dafür fahre ich jeden Monat weite Strecken durch Deutschland.

Meist geht die Reise von Münster über Hannover nach Berlin. Und zurück.
Viele Menschen möchten sich von mir Dreadlocks machen lassen. Aus allen Teilen Deutschlands erhalte ich Anfragen, ja sogar Hilferufe.
Das schöne Studentenstädtchen Münster in Nordrheinwestfalen und die Stadt aller Städte, das „dicke“ Berlin im Osten der Republick wurden im laufe der Jahre zu meinen Standorten. Von hier aus arbeite ich, hier lebe und liebe ich, fühle ich mich daheim und verbinde mit beiden Städten ganz unterschiedliche, schöne wie auch schreckliche Geschichten meines jungen Lebens.
Teil dieses, also meines Lebens, ist das Autofahren geworden.
Zwei Mal im Monat gilt es die 486 Kilometer von Berlin nach Münster-  oder eben von Münster nach Berlin zurück zulegen.
Mein alter Mercedes Bus, welchen ich mir zum Wohnmobil umfunktioniert habe, ist verlässlich jedoch kein Rennwagen.
Somit benötige ich meist sieben bis acht Stunden für die Wegstrecke.
Das kann man nun finden wie man will, ich versuche mich damit abzufinden und die Zeit hinterm Steuer meines Wagens dafür zu nutzen meine Gedanken zu sortieren.

Heute ist es nun wieder soweit.
Es ist Sonntag, ich bin müde, es ist grau.
Mein Kaffee ist jetzt kalt.
Gleich ist es 14 Uhr – Stimmt ja, ich habe heute Nacht um drei  noch via SMS einen Termin zugesagt.
Meine Hände tun weh. Schnell noch eine Kippe rauchen.
Gleich klingelt es an der Tür: Dreadlocks häkeln!
Und danach, ja dann geht es wieder los nach Münster.  Noch mehr Dreads – und somit hoffentlich auch ein paar Menschen glücklich – machen, ja dafür fahre ich einmal pro Monat nach Münster.
Heute ist so ein Tag. Ein Tag an dem ich mich über mich selber wunder.

Noch fünf Minuten, Zeit. Freizeit! – um eine Zigarette zu rauchen? Wie unfrei ich doch bin 😉

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Geschrieben am 13. Mai 2012

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5 Reaktionen zu “Auf der anderen Seite”

  1. Marco Pohl sagt:

    sehr guter Text… respekt! 😉

  2. Helena Achatz sagt:

    Der text gefällt mir sehr! 🙂

  3. Bis Denne sagt:

    Ick sach nur " Insel " denn Menschen die sich mit Dreads beschäftigen ( Kunden ) machen das schon eine ganze Weile , da kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger nicht an, wann sie ihr Ziel, endlich gutgemachte Dreads zu bekommen, erreichen. Ganz im Gegenteil, der Weg ist das Ziel…sei ziellos und entspannt…reflektiere die Zeichen deines Körpers ( AUA Hände )…schau auf deine Nahrung ( kalter Kaffee ) gerade mal Zeit eine Zigarette zu rauchen…verbringe wieder Zeit mit DIR…und schaue nicht nur aus dem Fenster…denn da DRAUSSEN ist nicht allet GRAU in GRAU…die Farben sind nur gedeckter, unscheinbarer, nich so knallig…will sagen du must genauer hinsehen…allet in Allem…übe er mal wieder AUFMERKSAMKEIT…scheunet WE …P.S. Und ja, es filzt vor sich hin..hin..hin..hi..h……………………!!

  4. Barbara Bludau sagt:

    Ich mag deinen Schreibstil unheimlich gern 🙂

  5. Amy sagt:

    Was die Termine betrifft, solltest du vielleicht 1 Woche hier, 1 Woche da machen. Und die Leute sollten sich ein kleines bisschen nach dieser Zeit richten. Aber ich denke du bist ein schlauen Kerlchen und regelst das annähernd so 🙂 Denn das spart Zeit, Geld und schont unsere Mutter Erde. Ansonsten: Wunderprächtige Homepage. Meine könnte sich eine Scheibe abschneiden 😉

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